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Z22


2008: 50 Jahre Z22 Rechner.


Aufbauend auf der Idee einer "Minima" (universelle Rechenmaschine mit minimalem Aufwand) von Theodor Fromme und van der Poels baute die Zuse KG ab 1956 den Universellen Röhrenrechner Z22.


Dieser Rechner, dem eine Lochstreifen-Ein- und -ausgabe angeschlossen wurde, und der nach dem von Theodor Fromme entwickelten Mikroprogrammsystem Programme im Magnettrommelspeicher enthielt, erreichte eine Leistung von 35 arithmetischen Gleitkommaoperationen pro Sekunde. Die Z22 hatte eine Taktfrequenz von ca. 140 KHZ.   


Der Rechner Z22 war eine universelle Rechenanlage in Röhrentechnik  mit Magnettrommelspeicher für technisch wissenschaftliche Anwendungen. Es war der erste speicher-programmierte Rechner der Zuse KG.


Der Rechner Z22 war der erste kommerzielle Serien-Röhrenrechner in Deutschland.


Die Zuse KG hatte eine (teure) Lizenz von Gerhard Dirks für den Magnettrommelseicher (19. Juli 1957) erhalten. Die Z22 arbeitete im analytischen Code (Freiburger Code) und hatte daher eine grosse Flexibiltät in der Programmierung.


Eine Addition dauerte 0.3ms für Festkomma und 10 ms bei gleitendem Komma. Das Rechenwerk war kein Gleitkommarechenwerk, es war ein Festkommarechenwerk. Die Gleitkommarechnung wurde softwaremässig (Mikroprogramm) realisiert.


Ab 1958 wurde eine Serie von 56 Rechner ausgeliefert, wie z.B. an die Betriebswirtschaft, Bautechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Kernreaktorbau, Ballistik, Vermessungstechnik,  Aerodynamik, Optik, Bergbau.


Die erste Maschine ging im Februar 1958 an die TH-Berlin (Prof. Haack). Die zweite Maschine ging an die RWTH-Aachen. Siehe auch hier.


Der Rechner Z22 war ein grosser finanzieller Erfolg der Zuse KG.


Der Rechner Z22 war der erste universelle Röhrenrechner, der in der Bundesrepublik in Serie angeboten wurde. Der Stückpreis betrug 150.000-230.000 DM. (Preisliste ist in der Zuse-Broschüre).



Z22 - Beschreibung der Zuse Z22 vom 4.7.1956


„Die Z22 ist ein elektronisches. programmgesteuertes Rechengerät mit äusserst einfachem Aufbau und grösster Programm-Flexfbilität.


Der Bedienende gibt die zu verarbeitenden Rechenprogramme, Zahlen und sonstigen Anweisungen mittels Lochstreifen in die Maschine, welche den Inhalt dieses Lochstreifens zur weiteren Verarbeitung in ihrem Speicher, einer Magnettrommel, aufnimmt.


Von diesem Speicher aus werden dann alle Befehle gegeben, dien die Funktionen der Rechenmaschine steuern.


Die Maschine liefert die für den Bedienenden bestimmten Angaben, wie z.B. die Rechenresultate, an eine Fernschreibmaschine, die diese Angaben in Klarschrift schreibt bzw.in Lochstreifen locht.


Die Z22 verdankt ihren einfachen Aufbau der konstruktiven Anwendung des bekannten Grundsatzes, dass sämtliche arithmetischen Rechenoperationen mit den elementaren Operationen Addition (Subtraktion) und Stellenverschiebung, gelöst werden können. Die Z 22 besteht im Wesentlichen aus einem Rechenwerk, welches diese Elementaroperationen ausführen kann und Einrichtungen, um deren zeitlichen Ablauf nach gegebenen Aufgaben zu steuern. Eine arithmetische Operation, zum Beispiel eine Multiplikation, wird von der Z 22 so ausgeführt, dass der Befehl "Multiplikation" den Ablauf eines im Speicher der Maschine enthaltenen "Urprogrammes" für die Multiplikation mit Elementaroperationen, d.h. mit Additionen und Stellenverschiebungen auslöst. Die Urprogramme stellen daher das der Maschine mitgegebene "Grundwissen" dar, welches dem jeweiligen Verwendungszweck der Maschine nach Art und Umfang angepasst werden kann. Dieses Grundwissen kann in einer nahezu unbeschränkten Anzahl von Variationen zu Rechenprogrammen zusammengestellt werden, wobei die Z 22 dem Bedienenden bei der Anfertigung des Rechenprogramms behilflich ist, indem sie die konventionellen Rechenanweisungen des Bedienenden - zum Beispiel die Aufzählung der nacheinander vorzunehmenden arithmetischen Operationen - selbsttätig in das maschinenfertige Rechenprogramm verwandelt.


Die Entwicklung der Z22 wurde durch folgende Arbeiten angeregt:

Van der Poel: A simple electronic computer, Applied Scientific Research, B.2 (1952, S. 367.

Fromme-Poesch-Witting: Modell eines Rechenautomaten mit kleinstem Aufwand zum Studium von Programmierungsproblemen. Manusscript (1954/55)“


Mehr informationen finden Sie hier (Zuse-DVD)


Mehr Informationen finden Sie auch in der Zuse Broschüre


Z22 Nachbau von Thiemecke Computer


Z22 in Würzburg mit sehr schönen Kommentaren und Fotos.


Z22 in Gießen.


Z22 am ZKM

Name des Rechners

Z22

Technik

Röhren und Dioden

Taktfrequenz

Ca. 140.000 Hertz

Rechenwerk

Gleitkommarechenwerk, Festkommarechenwerk, binär.

Mittlere Rechengeschwindigkeit

Festes Komma: Addition 0,6 ms, Multiplikation 10ms, Division 60ms, Quadratwurzel 200ms. Gleitkomma: 20-25 arithmetische Operationen / Sek.

Eingabe

5-Kanallochstreifen, Siemens Teletype Writer

Ausgabe

5-Kanallochstreifen, Siemens Teletype Writer

Wortlänge

38 Bit, entspricht ca.  8 Dezimalstellen

Röhren

Ca. 400

Dioden

Ca. 2400

Speicheraufbau

8192 Worte zu 38 Dualstellen, Ferritkernspeicher mit 8 Worten zu 38 Dualstellen.

Leistungsaufnahme

Ca. 3500W

Gewicht

Ca. 1 Tonne

Einsatzgebiet

Betriebswirtschaft, Bautechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Kernteaktorbau, Vermessung, Ballistik, Aerodynamik, Optik, Bergbau.

Anzahl verkaufter Rechner

56

Preis in DM

Ab 180.000 DM. Preisliste in der Zuse Broschüre.

Historische Bedeutung

Erster in Serie produzierter Röhrenrrechner in Deutschland.

Kommentare

Prof. Giloi sagt einmal: Die Z22 hat die Datenverarbeitung in die Universitäte, Hochschulen und wiss. Institute in Deutschland eingeführt.


Z22R: Ab ca. 1959 wurde die Maschine Z22R ausgeliefert, die einen größeren  Ferritkernspeicher hatte.


Zu finden in Museen

Zuse-Maschinen in Museen

Links

Funktionsfähige Z22 im ZKM Karlsruhe.

http://www.zkm.de/algorithmische-revolution/index.php?module=pagemaster&PAGE_user_op=view_page&PAGE _id=131

Z23 ...

Z22-1

Die Z22 mit der Seriennummer 1 steht im Konrad- Zuse-Museum in Hünfeld.
Oben: Lorenz Hanewinkel, der technische Konstrukteur der Z22 und Z22R.

Ferritkernspeicher der Z22-1 für 8 Worte a 38 Bit.
Z23.
Bedienkonsole der Z22 (Nachbau im Konrad Zuse-Museum in Hünfeld.

4. Juli 2008 - Herr Bröck schreibt:

Sehr geehrter Herr Zuse,

gestern während der HLRN II Einweihung haben wir kurz darüber gesprochen, daß in Kiel eine Z22 installiert war.

Ich hatte auch erwähnt, daß es eine Zeichnung Ihres Vaters für meinen späteren Chef, Herrn Prof. Weise, anläßlich der 10.000 Betriebsstunde gab.

An den Namen Weise konnten Sie sich spontan nicht erinnern. Ich habe inzwischen in Ihrer Broschüre auf Seite 69 einen Zeitungsartikel von Herrn Weise für die Kieler Nachrichten mit einem Bild von ihm gefunden.

Und dann habe ich auch in meinen Unterlagen eine Kopie der Zeichnung Ihres Vaters gefunden. Ob es das Original noch gibt, weiß ich nicht. Ich glaube eher nicht, denn Herr Weise ist ja auch schon seit vielen Jahren tot.

Übrigens, die Kieler Z22 verfügte schon über eine Art Algol Compiler. Auf dieser Maschine habe ich 1968 mein erstes Programm zum Laufen gebracht.

Kurz danach wurde sie dann abgebaut. Die Inbetriebnahme der Maschine kann als die Geburtsstunde des Kieler Uni-Rechenzentrums angesehen werden.

Ich habe das Bild eingescannt und als Anlage beigefügt. Vielleicht interessiert es Sie ja.

Herzliche Grüße