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Rechenmaschine Zuse Z3

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Z3 - Nachbau für 2010

Horst Zuse

PRESSEMITTEILUNG des Magistrats der Stadt Hünfeld

Erneuter Nachbau von Zuses Z3
Replik des ersten Computers der Welt / Dr. Horst Zuse unterzeichnet Vereinbarung in Hünfeld

7. April 2009

Hünfeld. Zum 100. Geburtstag des Computererfinders Professor Konrad Zuse soll im Juni 2010 in Hünfeld ein weiterer, sehr umfassender und detallierter, Nachbau des ersten Computers der Welt, der Z3, vorgestellt werden. Dazu unterzeichneten der Sohn des Computererfinders, Professor Dr. Horst Zuse und Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel am 1. April 2009 im Hünfelder Rathaus eine Vereinbarung zum Nachbau dieses ersten Zuse-Computers, der einzigartig in der Welt sein wird (Siehe Foto rechts). Als Mitglied der Gremien der Konrad-Zuse-Gesellschaft hatte Professor Horst Zuse sich bereiterklärt, ehrenamtlich den Bau der Anlage zu koordinieren und selbst die Montage der technischen Komponenten vorzunehmen.
Gegenwärtig gibt es im Hünfelder Konrad-Zuse-Museum mit Stadt- und Kreisgeschichte nur einen Funktionsnachbau dieses in binärer Gleitkommarechnung arbeitenden Rechners, der bereits über fast alle Merkmale eines modernen Computers verfügte, ein Rechenwerk, einen Speicher, ein Steuerwerk, die Ein- und Ausgabeeinheiten und die freie Programmierbarkeit. Im Deutschen Museum in München steht ein weiterer Nachbau der Z3, der 1961 noch durch die Zuse KG in Bad Hersfeld hergestellt wurde.  Dieses Gerät ist allerdings stark vereinfacht und verfügt nur über einen Speicherschrank. Diesen Nachbau hatte die Zuse KG zu Werbezwecken und im Rahmen des damals noch anhängigen Patentstreits rekonstruiert.

Der vereinbarte neue Nachbau des Z3 wird dagegen wie das Original über zwei Speicherschränke und einen Schrank für das Gleitkommarechenwerk in Originalgröße verfügen. Ca. 2500 moderne Relais werden alle Funktionen der Original Z3 nachbilden. Auch die Ein- und Ausgabestation soll dem Original mit Tasten und Lampen nachgebildet werden, während der Funktionsnachbau in Hünfeld gegenwärtig von einem herkömmlichen PC angesteuert wird und über keine spezielle Ein- und Ausgabeeinheit verfügt. Im neuen Nachbau legt Dr. Horst Zuse besonderen Wert darauf, dass alle Komponenten der Z3, wie z.B. das Rechenwerk, der Schifter, der Taktgeber, die Umwandlung der Dezimalzahlen in Binärzahlen und retour, usw. separat demonstriert werden können. Diese strukturellen Maßnahmen unterstützen das Verständnis der Funktionsweise eines Computers.



Bild: Zeichnung der Z3 von Konrad Zuse (1939).


Die Z3 hatte die Konrad Zuse 1941 in Berlin, Methfesselstr. 7, fünf Wissenschaftler der Deutschen Versuchanstalt für Luftfahrt (DVL) vorgestellt. Eine Zeitungsnotiz gab es nicht. Die Rechenmaschine fiel allerdings im Dezember 1943 den Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg zum Opfer.


Unterstützt wird das Projekt durch die Konrad-Zuse-Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gestellt hat, das Lebenswerk und das Andenken an die wissenschaftlichen Leistungen von Professor Konrad Zuse zu wahren.


Wie Professor Dr. Horst Zuse und der Hünfelder Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel erklärten, soll der Computer nach seiner Vorstellung in Hünfeld (Juni 2010) zunächst in Berlin präsentiert werden und von dort aus zu Ausstellungszwecken anderen Museen und Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, bevor er dann dauerhaft seinen Platz im Hünfelder Konrad-Zuse-Museum mit Stadt- und Kreisgeschichte finden wird.


Großen Wert legt Professor Dr. Horst Zuse darauf, dass dieser Computer uneingeschränkt funktionstüchtig sein soll, damit er auch im praktischen Einsatz vorgeführt werden kann. Gegenwärtig ist Professor Zuse mit einigen Firmen in Deutschland in Verhandlungen, um den Nachbau der technischen Bauteile dieser komplexen Rechenmaschine zu organisieren, die er dann selbst verdrahten will. Während sich Professor Dr. Zuse ehrenamtlich um die technische Umsetzung des Vorhabens kümmert, sieht die Vereinbarung vor, dass Bürgermeister Dr. Fennel die Finanzierung des Projekts absichern will. Dazu seien bereits vielversprechende Gespräche mit namhaften Geldgebern und Sponsoren geführt worden. Es zeichne sich ab, dass sowohl die Finanzierung als auch die technische Umsetzung rechtzeitig zum 100. Geburtstag des Computerpioniers erfolgreich abgeschlossen werden können, erklärten Professor Dr. Zuse und Dr. Fennel in Hünfeld. Sowohl die Stiftung der Sparkasse Fulda als auch die Hessische Staatskanzlei haben bereits eine finanzielle Unterstützung des Vorhabens in Aussicht gestellt.


Zuses Z3 war 1941 für den wissenschaftlichen Einsatz wesentlich leistungsfähiger und vor allem kompakter als spätere Konstruktionen Mitte der 40er Jahre in den Vereinigten Staaten und Großbritannien, weil Zuse von Anfang an auf das binäre Zahlensystem und die Gleitkommarechnung setzte, ein Prinzip, das bis heute in jedem Homecomputer zu finden ist. Zuse baute somit nicht nur den ersten programmgesteuerten in binärer Gleitkommarechnung arbeitenden Rechner der Welt, er schrieb auch 1945/46 die erste universelle Programmiersprache, das Plankalkül und war 1949 mit seiner Zuse KG, die in Neukirchen bei Hünfeld gegründet wurde, der erste kommerzielle Computerhersteller der Welt. Das Unternehmen siedelte 1957 nach Bad Hersfeld um und beschäftigte dort bis zu 1 200 Mitarbeiter. In diesem Zeitraum wurden 251 Computer im Wert von 102 Millionen DM produziert. Zuse selbst verbrachte den größten Teil seines Lebens von 1956 bis zu seinem Tod 1995 in Hünfeld. Neben seiner Pionierarbeit in der automatisierten Rechentechnik und der Software-Entwicklung war Zuse zeitlebens auch als Wissenschaftler und Maler tätig. 1969 veröffentlichte er seine Ideen zum „Rechnenden Raum“, deren Verständnis, das Universums als einen gigantischen Computer zu sehen, bis heute die wissenschaftliche Welt beschäftigen.

Früh erkannte Zuse auch die universelle Verwendungsmöglichkeit seiner Rechentechnologie. Zu einem Zeitpunkt, als der Chef der IBM, Thomas J. Watson, 1944 noch davon ausging, dass fünf Rechner des Typs MARK I weltweit den globalen Rechenbedarf abdecken könnten, plante Zuse bereits die Serienfertigung seiner Rechner, die ab Anfang der fünfziger Jahre zunächst in der optischen Industrie, im Vermessungswesen, der Baukonstruktion und der Wissenschaft eingesetzt wurden. Auch postulierte er 1945, dass diese Maschinen ganze Generationen von Wissenschaftlern beschäftigen werden. Bis 1964 konnte die Zuse KG ihre Selbstständigkeit wahren und wurde später nach einigen Zwischenstationen durch die Siemens AG übernommen.


i. A.

Helmut Käsmann (Pressesprecher der Stadt Hünfeld)



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Z3 im Detail


Dr. Eberhard Fennel, Bürgermeister der Stadt Hünfeld, mit Dr. Horst Zuse bei der Unterzeichnung der Vereinbarung über den Nachbau der Z3.